Geschichte

Stadtverrat durch Poorte Jäntje

Der Voßtorwächter Peter Bongardt (Poorte Jäntje), als Waise im städtischen Gasthaus aus Armenmitteln erzogen, wurde am 17. Februar 1590 beim Herausschmuggeln eines Wachsabdrucks des Vosstorschlüssels erwischt und als Hauptverdächtiger des bevorstehenden Anschlags im Steintorgefängnis eingesperrt und verhört. Mit verstecktem Gift nahm sich Poorte Jäntje daraufhin das Leben.

Am 19. Februar befahl die Klever Regierung, der Leiche des untreuen Voßtorwächters „zu größerem Abscheu und Exempel solcher Übeltäter...den Kopf abzuschlagen, den Leib zu viertheilen, den Kopf auf einer Eisen-
spitze über dem Thore, welches ihm während des Lebens zur Verwahrung übergeben gewesen, aufzustecken, ein Viertel des Körpers unter dem nämlichen Thore, die drei anderen unter den übrigen Stadtthoren aufzu-
hängen und nachdem dies geschehen, den Scharfrichter sofort nach Cleve zurückgehen zu lassen“.

Der zweite Haupttäter, Heinrich Rieckens aus Goch, Neffe des Bürgermeisters, wurde am 17. Februar in Rees verhaftet, gefoltert und verhört. Rieckens gestand beim Verhör, dass für die klevischen Städte Rees und Emmerich ähnliche Anschläge geplant waren. Am 15. März wurde Rieckens in Rees aufs Schafott gebracht und bei lebendigem Leib gevierteilt.

Nach dem Befehl der Regierung wurde der verstümmelte Leichnam anschließend als warnendes Schreckbild unter dem Torbogen von Rees aufgehängt.

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Poorte Jäntje
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Hintergrundinformationen:


In der Zeit des Stadtverrates war der Niederrhein in den Krieg zwischen Spanien und den Niederlanden hineingerissen worden und die Bevölkerung hatte darunter zu leiden. Das Herzogtum Geldern gehörte zu den Spani-schen Niederlanden, die Stadt Geldern hatte seit zwei Jahren spanische Besatzung, die Stadt Goch,  immer geldrisch gewesen, gehörte  seit gut 125.


Jahren zum Herzogtum Kleve, womit sie sich noch immer nicht hatte abfinden können. Nach über 400 Jahren ist nicht mehr feststellbar, ob die beiden Stadtverräter aus bloßer Geldgier oder aus Patriotismus gehandelt haben. Es fällt aber auf, dass die Gocher den Namen von Peter Bongard nicht als Poorte Pit oder Poorte Jan, sondern als Poorte Jäntje in Erinnerung behalten haben. Dieser Name klingt nicht hart, abweisend, verurtei-
lend, ausgrenzend, sondern verkleinernd, verniedlichend, fast mitleidend. Es ist wahrscheinlicher, dass Peter Bongard die Stadt für das Volk verraten hatte.

Daher hat der Verkehrs- und Heimatverein Goch 1991 am Blumenplatz in Erinnerung an das Geschehen eine Skulptur von Poorte Jäntje aufstellen lassen.

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Zitiert aus der Chronologie der Stadt Goch: Kelten, Kirchen und Kartoffel-püree – Bd. 1 von Hans-Joachim Koepp (ISBN-Nr.: 3-926245-67-0, Herausgeber: Verkehrs- und Heimatverein e.V. Goch).
Foto/Bildunterschrift: Karl Heinz Stoffels alias Charly. In: www.Plattsatt.de

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Das Poorte Jäntje steht heute...


...in unmittelbarer Nähe zum ehemaligen Standort des Voßtores. Der Name Poorte Jäntje zeigt die Verbundenheit zu unserer Heimatstadt Goch und deren Geschichte. Das Poorte Jäntje wurde im Laufe der Jahre mehrmals umgebaut, um die knappen Kapazitäten auszuweiten.

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